NANA DIX

beschäftigt sich in Ihrer künstlerischen Arbeit zu dem Projekt Generation-Transmission mit dem Thema der transgenerationalen Fortführung von nationalsozialistischen Erziehungseinrichtungen. Es existierten bis in das Jahr 1990 1200 Kurheime, die durch einen noch aus der NS Zeit stammenden Erziehungsstil geprägt waren. Sie selbst war im Alter von 7 Jahren in einem Heim zu einem "Kur" Aufenthalt. Sie war eines der 8-12 Mio. Kinder, die einen für sie bis heute  traumatisierenden Aufenthalt verschrieben bekommen hat, ohne (wie in den meisten Fällen) fundierte medizinische Indikation.

Der Künstlerin ist es wichtig, dass diese Thematik mehr Aufmerksamkeit und Resonanz bekommt.

 Ein weiteres zentrales Thema von Nana Dix ist ihre künstlerische Auseinandersetzung mit sich selbst, ihren Beziehungen und Familienstrukturen. Eine schwierige Kindheit als Enkelin von Otto Dix, die leidvolle Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Biografie und die ihres von den Nationalsozialisten verfemten und verfolgten, als entartet diffamierten Großvaters, prägten sie sehr. Was liegt unter ihrer Oberfläche verborgen, was macht das Menschsein mit all seinen Facetten und Abgründen aus? Diesen Fragen nähert sich Nana Dix mit ihrer Kunst. 

In ihren Collagen kombiniert sie Seiten von Hochglanzmagazinen aus der schönen Welt des „Scheins“ mit alten Familienfotos, Katalogseiten und Fragmenten aus alten Büchern. Übermalungen verfremden die Bilder und setzen sie in einen neuen Kontext. Die subtile Darstellung von Disharmonie und Grauen (Trauma), das im nicht Sichtbaren liegt, gibt ihren Werken einen mystischen und unheimlich anmutenden Ausdruck.




 


ANJA FRERS

legt den Fokus in ihrer Arbeit auf die schwarze Pädagogik durch Erziehungsratgeber, wie "Die Deutsche Mutter und ihr erstes Kind" und der daraus resultierenden komplexen Traumatisierung (Bindungs-/Entwicklungstrauma ) die bis heute ihre Wirkung zeigt.

In den bunten Bildern aus Anja Frers` Kindheit tauchen düstere Gestalten aus einer anderen Zeit auf. Es sind keine Personen aus dem familiären Umfeld der Künstlerin, doch sie symbolisieren als Stellvertreter das elterliche Trauma.

Das Ungesagte, Verschwiegene bekommt Gestalt und zeigt den Missing Link. Die Künstlerin möchte die Betrachtenden in eine neue Sichtweise der "Realität" einbeziehen. Das Sichtbarmachen des Unsichtbaren, das Wissen und Erkennen von Traumata und deren Weitergabe über Generationen hat das Potential, eigene Muster und (Familien-)Strukturen aufzuspüren und aufzulösen. Das ist ein Schlüssel, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben, ohne den im Unterbewusstsein eingegrabenen Glaubenssätzen vergangener Generationen Folge leisten zu müssen, und zu verstehen, woher die Ängste stammen, die sich nicht aus der eigenen Lebensgeschichte erklären lassen.


 


USCHI SIEBAUER  

Was macht das, was damals war mit dem was ich jetzt bin?
Von einer diffusen Neugierde angetrieben, durchforstete Uschi Siebauer die Familienalben ihrer größtenteils in und um München beheimateten Vorfahren.
Die Vergangenheit ist nicht verschwunden, unsere Ahnen wirken in uns nach und sind somit, mit uns, heute, immer noch da -  manchmal sogar am gleichen Ort.
Erkenne ich mich in meinen Vorfahren?
Spiegle ich mich in meinen Ahnen, spiegeln sie sich in mir?
Welche Muster bleiben bestehen?
Kann ich sie ändern?

Uschi Siebauer spiegelt die Fotografien ihrer Ahnen, ordnet sie neu an, mischt, reproduziert und kopiert sie. Sie löst die Szenen der alten Fotografien auf um Muster zu bilden, manchmal verschwinden alle Personen und übrig bleibt nur die Funktion.
Der Eingriff verändert Stimmung und Schwerpunkt der Bilder. Es entstehen eigene Muster und eine neue Perspektive auf das Geschehen.